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Lohnt sich ein größerer Lumentree SUN Wechselrichter?

Über den Autor
Gerd Bauer

Elektroanlagenmonteur & PV-Anlagen-Berater

München, Bayern

Lumentree SUN und Trucki neustes Modell

Diese Fragen bekommen wir sehr oft gestellt und jedes Mal fällt es uns schwer, eine pauschale Antwort zu geben. Denn um diese Frage zu beantworten, gilt es Ihr Nutzverhalten zu analysieren. Auch weitere Faktoren wie Batteriespeichergröße und Modulleistung spielen bei der Beantwortung der Frage eine Rolle. Wir klären auf, worauf Sie achten sollten.

Grundlastabdeckung

Die meiste Energie im Haushalt wird mit der Grundlast verbraucht. Als Grundlast zählen alle Verbraucher, die sehr oft oder permanent Energie verbrauchen, wie beispielsweise Internet-Router, Telefon, Kühlschrank, Umwälzpumpen der Heizung, usw. Diese verbrauchen zwar nicht viel Strom, sind aber fast durchgehend am Netz. Dadurch summiert sich diese Energie zu einem signifikanten Wert. Die Grundlast von einer privaten Wohnung beläuft sich meist auf ca. 100 bis 150 Watt, bei einem Privathaus kann liegt es häufig zwischen 150 und 200 Watt. Hinzu kommen noch die erweiterte Grundlast, bestehend aus alltäglichen kleinen Verbraucher, die vor allem tagsüber und meist sehr lange laufen, wie beispielsweise Fernseher, Radio, Computer, Licht, usw. Diese sind ebenfalls vergleichsweise gering, verbrauchen aber in der Summe auch einen erheblichen Teil der Energie.

Spitzenlasten

Spitzenlasten werden durch jene Verbraucher verursacht, die sehr energiehungrig sind. Hierzu zählen Waschmaschine, Wäschetrockner, Elektroherd, Ofen, Heißluftfritteuse, Wasserkocher, usw. Diese Geräte verbrauchen häufig Leistungen zwischen 1500 und 3500 Watt. Jedoch muss bedacht werden, dass diese Verbraucher nur selten laufen. Eine Waschmaschine läuft nur etwa 2 bis 3 mal die Woche und während sie arbeitet verbraucht sie nur in den Heizphasen so viel Energie. Wer oft kälter wäscht (ca. 30 Grad), bei dem ist der Spitzenverbrauch der Waschmaschine nicht so hoch.

Wer verbraucht am meisten?

Grundsätzlich kann man sagen, dass die Grundlast je nach Haushalt etwa 60 bis 80 % des Energieverbrauchs ausmacht. Dies ist wichtig zu wissen, denn die Grundlast lässt sich mit einem kleinen Wechselrichter (800 Watt, z.B. Lumentree SUN 800) problemlos abdecken. Bereits mit einem sehr kleinen Gerät kann man seine Stromkosten deutlich senken. Die Spitzenlasten machen häufig nur einen kleineren Teil zwischen 20 und 40 % aus. Um diese hohen Lasten jedoch abzudecken, braucht es größere Wechselrichter.

Dieses Beispiel zeigt, die der Energieverbrauch in einem Haus aussehen kann. Es ist erkennbar, wie der Energieverbrauch (blaue Linie) häufig unter 800 Watt (orange Linie) liegt. Ein 800 Watt Wechselrichter würde also einen Großteil der Last abdecken, nur die darüber hinausgehenden Spitzen würden aus dem Stromnetz eingekauft werden. Ein 2000 Watt Wechselrichter hingegen ist die meiste Zeit unterfordert, denn die maximale Leistung wird nur selten gefordert. Dadurch lässt sich der Energiebezug aus dem Netz nochmals reduzieren, sodass man sich zu 80 bis 95 % selbst versorgen kann. Jedoch sind diese größeren Anlagen meist aufwändiger.

Fall Elektroauto

In der bisherigen Betrachtung blieben Elektroautos außen vor. Das Aufladen eines Elektroautos lässt sich nicht so richtig in Spitzenlast und Grundlast einsortieren, denn es ist irgendwie beides. Elektrofahrzeuge laden aufgrund der hohen Akku-Kapazität oft sehr lange, aber auch mit einer vergleichsweisen hohen Leistung. Die Ladeleistung liegt hier oft zwischen 3,6 und 11 kW und das über mehrere Stunden. Diese enorme Last abzudecken braucht dann schon große oder mehrere Wechselrichter. Aber auch die PV-Anlage darf nicht vergessen werden.

Größe der PV-Anlage und Batteriespeicher betrachten

Wie wir festgestellt haben, kann ein größerer Wechselrichter mehr Energieersparnis bedeuten, aber dieser Wechselrichter muss auch versorgt werden. Dies passt häufig über einen Batteriespeicher, der tagsüber wiederum von einer PV-Anlage befüllt wird. Daher muss sowohl die Speichergröße, als auch die PV-Leistung berücksichtigt werden. Es bringt nichts, wenn der Speicher zu schnell leer ist oder die PV-Anlage es nicht schafft, den Speicher signifikant zu füllen.

Wie groß sollten PV-Anlage und Batterie-Speicher sein?

Auch diese Frage hängt sehr stark vom Nutzungsverhalten ab. Zur Beurteilung der Speichergröße ermitteln Sie am besten, was Ihr Energiebedarf über 24 Stunden ist. Dieses Bedarf multiplizieren Sie mit dem Faktor 1,3 bis 2,0. Wenn Sie also 10 kWh am Tag verbrauchen, sollte Ihr Batteriespeicher etwa 13 bis 20 kWh groß sein. Nun muss dieser Speicher aber auch befüllt werden können. Vor allem im Winter ist die PV-Leistung deutlich reduziert. Ihr PV-Anlage sollte so groß ausgelegt sein, dass sie Ihren Speicher in 8 Stunden etwa 1,3 bis 1,5-mal befüllen könnte. Dies schafft Reserven für schlechtere Tage, an denen die PV-Leistung deutlich geringer als an sonnigen Tagen ist. Ausgehend von einem 15 kWh Speicher, sollte die PV-Anlage in 8 Stunden also etwa 20 bis 25 kWh Energie erzeugen. Dies entspricht einer PV-Anlage mit 2,5 bis 3,2 kWp Leistung. Mehr PV-Leistung schadet oft nicht und hilft Ihnen sich im Winter oder verregneten Wochen länger selbst versorgen zu können. Wenn dann mal an dem einen oder anderen Tag Energie aus dem Netz eingekauft werden muss, ist das auch nicht so schlimm.

Wem das Rechnen zu viel Aufwand ist, der kann sich an diesen groben Werten orientieren:

  • Private Wohnung: 2 kWp PV-Anlage, 10 kWh Speicher, 800 Watt Wechselrichter
  • Einfamilienhaus: 3 kWp PV-Anlage, 15 kWh Speicher, 800 bis 2000 Watt Wechselrichter
  • Einfamilienhaus mit E-Auto: 10 kWp PV-Anlage, 30 kWh Speicher, 8000 Watt Wechselrichter

Dies sind grobe Orientierungswerte, im Einzelfall kann dies jedoch immer anders aussehen. Mit diesen Werten wird eine Autarkie von ca. 70 bis 85 % erreicht. Im Zweifelsfall stehen wir gern mit unserer mehrjährigen praktischen Erfahrung zur Seite, kontaktieren Sie uns.

Viel Erfolg bei Ihrem Projekt wünscht Ihnen der Autor, Sebastian Domani.

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Gerd Bauer

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